Die Säulen des Internet

1 Electronic Mail (Email)

EMail ist kein Dienst, an dem nur Internet-Rechner teilnehmen. Email gibt es auch in LANs (z.B. mit Software von LOTUS) und in Unix-Systemen (UUCP-basierte Systeme). UUCP funktioniert nach der Store-and-Forward-Methode, sodass die Mails länger unterwegs sind.

Protokolle: SMTP, POP3, IMAP

Dazu wird auf den Clients spezielle Software benötigt ("Mailer").

2 News

Es existieren mehrere News-Netze. Im Internet dominiert das Usenet. Darin sind die News inhaltlich hierarchisch geordnet. Oberste Themenbereiche sind z.B. COMP, ALT, REC, SCI

Protokolle: NNTP, UUCP

Hinweis: Microsoft und Netscape haben ab Version 4.xx bzw. 4.5 die Mail- und News-Clients zusammengefasst (Outlook Express bei Microsoft).

3 FTP

Zugriff von einem Rechner mit Internet-Zugang auf die Daten eines anderen Internet-Rechners. Normalerweise wird ein Passwort benötigt. Ansonsten Zugang über die Kennung "anonymous", meist in Verbindung mit der eigenen Email-Adresse als Passwort. FTP ist sowohl Name des Programms (läuft nur auf einem Host) und des Protokolls.

Beispiel: ftp://ftp.uni-stuttgart.de/pub/download/BeispielMultimediaVorlesung.mp4

3.1 Archie

Mit Telnet (s. unter 4) lassen sich Archie-Server aufrufen, die bei der Dateisuche auf FTP-Servern behilflich sind.

Im Sommer 2007 gab es lt. Wikipedia nur noch einen Archie Server in Polen.

Literatur: http://en.wikipedia.org/wiki/Archie_search_engine

4 TELNET

Telnet stellt eine interaktive Verbindung zwischen zwei Rechnern her. Läuft auch auf Clients. Dateiübertragung ist damit nicht möglich. Telnet-Server halten z.B. Online-Wörterbücher, Thesauri, Veranstaltungskalender, Bibel/Koran, Auskunftssysteme etc. bereit.

Beispiel in Deutschland: telnet archie.th-darmstadt.de

5 Gopher

Gopher ist ein Internet-Informationssystem. Es ersetzt u.U. mehrere Telnet-/Archie-Anfragen. Gopher-Server sind meist vernetzt zum "Gopherspace".

Beispiel: gopher://adam.greenpeace.org

Protokoll: gopher

5.1 Veronica

Veronica ist für Gopherspace das, was Archie für Ftp-Sites ist. Veronica wird von den meisten Gopher-Servern als Menüpunkt angeboten.

6 WAIS

WAIS (Wide Area Information Servers) erleichtert die Informationssuche noch mehr als Gopher. Mit einem einzigen Client-Programm kann weltweit der Zugang zu den unterschiedlchsten Servern hergestellt und z.B. in mehreren Datenbanken gleichzeitig gesucht werden.

Beispiel: www.pcdocs.com

7 IRC

Internet Relay Chat. Dazu wird auf den Clients besondere Software benötigt.

8 WWW

World Wide Web - W3

 

Vermittlungsrechner (Gateway-Server)

Nicht jeder, der das Internet sporadisch nutzt oder erst einmal ausprobieren möchte, will gleich ein halbes Dutzend Programme installieren, um alle Dienste des Netzes optimal nutzen zu können.. Vermittlungsrechner (Gateways) ermöglichen es, von einem Internet-Bereich auf Funktionen eines anderen Teils zuzugreifen. Dies ist meist weniger kornfortabel als beim ursprünglichen Internet-Dienst, häufig muss der Anwender auf einige Funktionen verzichten. So kann es mitunter Stunden dauern, bis eines der Mail-Gateways antwortet. Oft kommt es jedoch darauf an, überhaupt Zugriff auf bestimmte Angebote zu haben, ohne zusätzliche Software installieren zu müssen.

Im beliebtesten Teil des Internets, dem WWW, gibt es längst Gateways für sämtliche anderen Dienste. Insbesondere für Berufstätige, die an verschiedenen Rechnern arbeiten, sind Web-basierende EMail-Frontends wie Hotmail oder RocketMail eine große Hilfe. Damit haben sie immer Zugriff auf ihre Mail, Hauptsache, sie können auf das World Wide Web zugreifen. Sogar für den Volkssport Chat benötigt man nicht zwangsweise ein eigenes Programm. Dank Java- oder HTML-basierender Frontends kann jeder mit seinem Browser chatten. Auch das EMail-Programm lässt sich als Hintertür für viele Internet-Dienste benutzen. Mit W-Mail-Servern.kann der Benutzer zum Beispiel Webseiten anfordern.

Die Bonner Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung betrieb so einen Server bis März 1995. Wer etwa eine EMail an die Adresse w3mail@gmd.de schickte, mit dem Befehl get http://heise.de/ct/ im Brieftext, erhält die c't-Homepage als Antwort. Wer Probleme mit der Bedienung hatte, bekam mit get help Hilfestellung.

Selbst Dateidownloads funktionieren per EMail - ftpmail macht's möglich. Dazu sendet man - wie beim WWW-Mail - einem entsprechenden Server im Body einer EMail die entsprechenden Anweisungen. Hierbei steht dem Benutzer fast alles zur Verfügung, was ihm ein normaler, FTP-Client auch bietet. Mit den Anweisungen

open ftp.uni-stuttgart.de

chdir pub

dir

quit

bekommt man etwa das pubVerzeichnis des Stuttgarter Uni-FTP-Servers angezeigt. Der Befehl send <Pfad/Dateiname> dient dem eigentlichen Download. Die Dateien werden UUkodiert versendet. Mit Hilfsprogrammen wie dem Stuffit Expander kann der Anwender sie anschließend dekomprimieren, falls dies der EMail-Client nicht automatisch erledigt.

Ein komplettes ftpmail-Manual hat Bob Rankin vom MIT geschrieben. Die deutsche Übersetzung gab es - wie auch sonst? früher - per EMail: Dazu sendete man einfach eine Mail an OBRanking@MHV.NET, die im Brieftext nichts weiter als den Befehl send accmail.de enthielt.

Gateways (Vermittlungsrechner):

Vgl. die folgende Definition für "Mail-Gateway" auf www.itwissen.info/a>.

Google (früher Deja): http://groups.google.com.

Hotmail: http://www.hotmail.com.

Yahoo Mail (früher RocketMail): http://mail.yahoo.com.

Den früher hier beschriebenen Webmail-Server der GMD gibt es seit März 1995 nicht mehr.

Die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung ist aufgegangen in der Fraunhofer-Gesellschaft (http://www.izb.fraunhofer.de).

(Quelle: c't 2/98, S. 106)

Früher gab es unter http://www.tech.de diverse Möglichkeiten:

phonemessages - pagermessages - fax messages - Suchmaschinen - Telefonnummern - Routenplanung - Chat

Aktuell (2007) beschränkt sich das unter http://www.ciao.de/tech_de auf eine Übersicht überwiegend kostenloser SMS-Dienste.

 

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SELFHTML von Stefan Münz zu diesem Thema