Mailer

Reale Mailer

WIDI 1998:

Meist werden Mail und News im Zusammenhang mit dem Internet in einem Atemzug genannt. Im Kapitel über Newsgruppen wurde deutlich, dass damit das Wesen auch ganz gut beschrieben wird. Dennoch hat es lange gedauet, bis die "großen" Browser beide Funktionen enthielten. Als Metronet noch mehrheitlich zu Vobis und damit später zu Metro gehörte, war auf der CD mit der Zugangssoftware der IE 2.xx ohne diese beiden wichtigen Funktionen, und auch Netscape war nur mit dem eigentlichen Browser ("Navigator") auf dem Markt. Der IE 3.0 bot dann den Freaks die Möglichkeit, beide Funktionen manuell zu integrieren. Erst ab Version 3.1 erschienen entsprechende Menü-Einträge. Wegen der vielen Fehler folgte dann die Version 3.2, die sich verhältnismäßig lange gehalten hat. Netscape brachte die Version mit integrierten Funktionen (wozu nicht nur Mail- und Newsdienste gehören) unter dem Namen Communicator auf den Markt.

All diese Produkte sind so aufgebläht, dass viele Anwender sich nach schlankeren Internet-Werkzeugen sehnten. Das war die Chance von Opera. Bereits in der Ende 1998 aktuellen Version 3.21 ist, obwohl Smartware und nicht Fatware, das SMTP-Protokoll integriert, sodass sich ohne fremde Hilfe EMails versenden lassen. Die meisten Anwender benutzen aber wohl kostenpflichtige (z.B. PMMail) oder freie (z.B. Pegasus) EMail-Software. PMMail hat dabei den Vorteil, dass man seine EMail-Daten nur einmal vorrätig halten muss, wenn man OS/2 und WINDOWS parallel benutzt. Es muss allerdings auf einer FAT-Partition residieren.

Die Liste dessen, was Pegasus Mail im Vergleich zur Konkurrenz besser oder überhaupt erst kann, ist lang. Speziell aufgrund der herausragenden Fähigkeiten beim Umgang mit Adresslisten ist Pegasus bei Profis beliebt. Einzigartig ist zudem der umfangreiche Support mit FAQs, Mailinglisten und Newsgroups. Eine deutsche Version war bei der früheren Version 2.x mit etwas Bastelei einzurichten, beim aktuellen Release aber nicht. Dafür gibt es eine sehr ausführliche, kontextsensitive Hilfefunktion. Nur wenige bedeutende Funktionen fehlen, etwa Passwortschutz beim Mehrbenutzerbetrieb. Die Oberfläche wirkt trotz der neuen, bunten Schaltflächen immer noch etwas altbacken. (Aus PC Professionell 8/1998, S. 171-175) PGP lässt sich in Version 4.41 (2007) nachrüsten.

Beide beispielhaft genannten Produkte erlauben (in den Vollversionen) die Verwaltung mehrerer EMail-Accounts. Das ist heute schon fast die Regel, denn neben einer beruflichen besteht meist auch eine private EMail-Adresse. Insbesondere bei Pegasus sind die Einrichtung und die Verwaltung nicht ganz einfach. Schließlich erlaubt es dieses Programm auch, die unterschiedlichen Postfächer mehreren Personen zuzuordnen. Am einfachsten zu bedienen ist zweifellos PMMail. Erwähnt sei auch noch EUDORA von der Firma QUALCOMM. Es arbeitet eng mit dem Internet Explorer zusammen (gemeinsam benutzter HTML-Viewer und austauschbare Adressbücher). Die Sicherheitslücken im Internet Explorer gelten dann auch oft für EUDORA.

Weitere kostenlose Mailer unter Windows:

Dreammail made in China.

Vivian Mail 3.27 . Die Weiterentwicklung wurde im September 2005 vom Hersteller Deep Sleep eingestellt.

Bei den EMail-Clients der Browser oder anderer Clients besteht demgegenüber die Möglichkeit, die Anwendung online oder offline zu starten. Besonderer Erwähnung bedürfen noch die Mail-Systeme, die es erlauben, die EMails auf dem Server zu verwalten (z.B. sortiert abzulegen). Dazu benötigt man das IMAP-Protokoll, das derzeit in der Version 4 vorliegt. Sofern Sie und Ihr Provider nicht darüber verfügen, müssen Sie die Frage des Mail-Assistenten nach der Einrichtung von "Verzeichnisdiensten" (LDAP) verneinen. In Zukunft wird sich dieses Protokoll wohl allgemein verbreiten. Von Microsoft gibt es neuerdings das Paket Quick Mail Office für WINDOWS (vgl. c't 13/1998, S. 58).

Microsoft bündelte unter Windows 98 seinen Browser (Internet Explorer 4.0) mit Outlook Express, einem Mail- und Newsreader. Dabei ist es trotz der Kartellrechtsklage gegen Microsoft bis zu den Versionen 6.x (IE und Outlook Express) geblieben. Der Freemail-Anbieter freenet.de bietet seit einiger Zeit ausgezeichnete Hilfen für die Konfiguration von E-Mail-Programmen unter den Windows-Betriebssystemen.

Freenet-Hilfe allgemein

Freenet-Hilfe nach Clients.

Tragen Sie den Namen Ihres Mailprogramms in die Suchmaske ein!

Virtuelle Mailer (WEB-based Mail und Forwarding Services)

WIDI 1998:

Was nichts kostet, muss nicht automatisch schlecht sein. Kostenlose E-Mail-Dienste im Internet haben einige handfeste Vorteile: Eine dauerhafte persönliche E-Mail-Adresse, die Möglichkeit, Mails auch im Urlaub per Browser im Internet-Cafe zu lesen oder der Schutz vor Massenwerbesendungen sind nur ein paar von vielen Vorzügen. Über 50 Anbieter werben mit kostenlosen E-Mail-Adressen um die Gunst der Webgemeinde. Dabei geht es um viel Geld. Schließlich sollen die Kunden sich eine ständige Adresse einrichten und so immer wieder die Website des Anbieters anwählen. Das bringt dauerhaft Werbeeinnahmen.

Die Maildienste lassen sich in zwei Typen einteilen: Web-based und Forwarding-Services. Beide haben gemeinsam, dass sie eine vom Provider unabhängige E-Mail-Adresse zur Verfügung stellen. Im Idealfall bleibt diese Adresse über Jahre hinweg gültig, auch beim Wechsel des Providers. Beim Forwarding wird die eine Adresse - meist ein bereits bestehender POP-3- Account – weitergeleitet. Einige Anbieter filtern vor dem Weiterleiten aber auch Massensendungen (Spam) aus und schützen den Kunden so vor ungewollter Post. Zusätzlich dient die Adresse als Schutzschild: In der Öffentlichkeit erscheint nicht die eigentliche Adresse, trotzdem ist man erreichbar. Als Abwehr gegen Spam ist das besonders interessant für alle, die Newsgroups oder Mailinglisten nutzen, Online-Newsletter bestellen oder auf ihrer Homepage eine E-Mail-Adresse angeben wollen. Web-based E-Mail verlegt dagegen die gesamte Abwicklung und Verwaltung der E-Mails ins Web. Das Schreiben, Lesen und Archivieren von Mails findet online direkt im Browserfenster statt. Die Mails liegen dabei zentral auf dem Server des Maildienstes. Wer ohnehin über eine Internet-Anbindung verfügt, zum Beispiel im Büro, spart sich damit die Installation eines E-Mail-Clients und kann außerdem von jedem beliebigen Computer auf seine elektronische Post zugreifen - sei es zu Hause, im Büro, auf Geschäftsreise oder im Urlaub. Werden für die Internet-Verbindung allerdings Onlinegebühren fällig, wird das Lesen der Mails bei dieser Variante schnell zu einer teuren Angelegenheit. Ideal sind Dienste, die Web-based und Forwarding in Kombination anbieten. Je nach Bedarf kann der Kunde dann zwischen beiden Möglichkeiten umschalten.

Zusätzlich zu Web-based Mail und Forwarding stellen einige Dienste auch vollwertige POP-3-Accounts zur Verfügung. Kostenlose SMTP-Server, die das Versenden von E-Mails aus dem MailClient ermöglichen, haben zwar eher Seltenheitswert, aber etwa GMX oder Personal Connections bieten dieses Feature an. Häufiger gibt es bei Web-based-Diensten ein anderes, sehr nützliches Feature: Um alle E-Mails komfortabel am selben Ort lesen zu können, sammeln die Dienste Mails von einem oder mehreren POP-3-Accounts des Kunden ein und stellen sie zum Lesen im Browser dar. Allerdings muss man hier Benutzernamen und Passwörter preisgeben, was aus Sicherheitsgründen nicht unproblematisch ist.

Kostenlose E-Mail-Clients

WIDI 1998:

Wer einen Forwarding-Service nutzt, muss seine Mails von einem POP-3-Server mit Hilfe eines E-Mail-Clients abrufen. Auch hier gibt es hervorragende kostenlose Produkte. Vom mit Spezialfeatures vollgepackten Pegasus Mail bis zum sehr intuitiv bedienbaren Post Me ist für fast alle Anforderungen etwas dabei. PCpro hat acht Freeware-Clients getestet und zeigt ab Seite 171, welches Tool für welchen Zweck am besten geeignet ist. (Aus: PC Professionell 8/1998, S. 164-170)

Während Anwender A seinen normalen Brief noch ausdruckt, eintütet und zuklebt, hat die elektronische Post von Anwender B ihren Adressaten schon erreicht - EMail ist die heimliche Killerapplikation des Internet. Ihr Nutzen erschließt sich auch solchen Anwendern, die dem bunten, Multimedia-beladenen WWW nichts abgewinnen können (obwohl HTML-Mails der letzte Schrei unter den verspielteren Netizens sind). Pegasus Mail ist der Klassiker unter den EMail-Programmen, der trotz seiner gewöhnungsbedürftigen Bedienung auch heutzutage noch viele Freunde findet. Je nach Plattform ist Pegasus Mall unterschiedlich stark; über leistungsfähige Filter sowie die Möglichkeit, mehrere Accounts zu verwalten, verfügen jedoch alle Versionen. David Harris vertreibt sein Pegasus Mail nach wie vor als Freeware. Nur wer die - für den Normalanwender überflüssigen - Manuals bestellt, muss diese bezahlen. PM Mail ist ein EMail-Client der Spitzenklasse. Mehrere Accounts lassen sich mit jeweils eigenen Voreinstellungen verwalten, leistungsfähige Filter helfen, SPAM auszusortieren, über ein Tray-Icon (Windows 95) bietet es immer sehr schnellen Zugriff auf die Postfächer.

Eigentlich sollte auch Pretty Good Privacy (PGP), der de-facto-Standard für sichere EMail-Verschlüsselung, mit in unseren Schwerpunkt des PC-Magazins aufgenommen werden. Die neuen PGP-Eigner Network Associates (NAI) sahen sich aber nicht in der Lage, eine Distributionsgenehmigung für die intemationale Freeware ('i'-Versionen) zu erteilen, die von einer Gruppe europäischer Aktivisten aus den Quelltextbänden gescannt wurde. Begründung: es handele sich nicht um ein offizielles NAI-Produkt. Man denke aber zur Zeit darüber nach, auch in Europa selbst eine FreewareVersion zu vertreiben.

Bereits mit Erscheinen der Version 5.0 ging ein Murren durch die Reihen der internationalen PGP-Gemeinde, da die 'Source Code License' erstmals ausdrücklich jede Weitergabe von Portierungen oder sonstigen Modifikationen untersagte und damit 'freie' Weiterentwicklungen drastisch erschwerte. PGP 5.5 lag gar keine Quelltext-Lizenz mehr bei. Sollten mit der eigenen Freeware-Distribution weitere Einschränkungen bezüglich frei verfügbarer - und selbst kompilierbarer - Sourcen verbunden sein, dürften NAI harsche Kritik sicher sein. Letztlich haben die unabhängigen Entwickler und Supporter in aller Welt einen entscheidenden Teil zur Verbreitung und Bedeutung von PGP beigetragen.

Ausführliche Informationen zu PGP lesen Sie hier.

Mehrere EMail-Accounts sind kein Luxus: Oder möchten Sie Ihren Chef die private Mail lesen lassen? Um mehrere Email-Accounts zu überwachen, hilft CheckMail. Es alarmiert seinen Benutzer, sobald eine neue EMail eingetroffen ist; stammt die elektronische Post von einem als wichtig eingestuften Absender, spielt das Programm etwa eine Wave-Datei ab. Leider konnten wir Eudora Light nicht mit auf die CD nehmen. Der Mailer für MacOS und Windows 95 bietet schon aufgrund seiner intuitiven Oberfläche eine interessante Alternative. Auch die Browser-Pakete bieten in den 4er-Versionen sehr leistungsfähige E-MailClients, die den Anforderungen der meisten Einsteiger genügen dürften. (c't 12/98)

Am 11.09.2007 meldete die Online-Ausgabe des Linux-Magazin-Newsletters:

Wiederbelebung von Eudora auf Mozilla-Basis

"Die kommerzielle Ausgabe des Mail-Clients Eudora wurde im Oktober 2006 zu Grabe getragen. Nun wird sie in einer ersten Beta-Version wiederbelebt.
Gut ein Jahr arbeiteten die Entwickler am Projekt, das Mail-Programm auf die Mozilla-Basis zu stellen. Nun liegt mit der Version 8.01 die erste funktionstüchtige Beta vor, im Moment jedoch nur für Windows und Mac OSX.
Die vorliegende Beta ist nach Aussage der Entwickler noch nicht so weit, die letzte kommerzielle Version zu ersetzen. Sie rechnen mit der ersten vollständig funktionablen Version Anfang 2008. Eudora soll nicht in Konkurrenz zu Thunderbird stehen, sondern ein ergänzendes Angebot darstellen. Es handelt sich laut dem Readme um eine gebrandete Version des beliebten Mail-Clients, die zusätzliche Funktionen biete. Hinter dem Projektnamen Penelope dagegen verbirgt sich ein Erweiterung für Thunderbird und Eudora.
Der Hersteller Qualcom hatte im Oktober 2006 angekündigt, die Entwicklung des Mail-Clients einzustellen. Um ihn jedoch nicht ganz sterben zu lassen, wird das Programm auf Basis des Codes von Mozilla Thunderbird weiterentwickelt. Qualcomm hat dafür nicht nur den Markennamen der Community überlassen, sondern stellt auch Entwickler aus eigenen Reihen für die Arbeit an der Open-Source-Variante ab. Das Projekt ist mehrfach lizenziert. Es steht sowohl unter GNU General Public License (GPL) und Lesser GNU General Public License (LGPL), als auch unter der Mozilla Public License (MPL)."

Wikipedia dazu

Projekt Penelope.

 

Software

EMail