FTP-Programme

Das Internet besteht nicht nur aus WWW-Rechnern, sondern zum Großteil aus Servern, die per File-Transfer-Protokoll abfragbar sind. Dort liegen umfangreiche Bestände an Texten, Grafiken und Sound-Dateien bereit, die sich mit Hilfe des File Transfer Protocol (FTP) auf den eigenen PC laden lassen. Zur Nutzung von FTP empfehlen sich spezielle Programme. Zwar beherrscht jeder Browser auch das FTP-Protokoll, doch ist die Nutzung alles andere als komfortabel. Waschechte FTP-Clients hingegen bieten etwa die Option, nach einem misslungenen Dateitransfer dort weiterzumachen, wo vorher abgebrochen wurde. Das spart Online-Zeit und damit bares Geld, weil bereits transferierte Daten nicht nochmals über das Netz geschickt werden müssen. Eine Auswahl der besten FTP-Clients, die als Share- oder Freeware vorliegen, findet sich - nach Datum sortiert - unter http://www.jumbo.com/pages/Internet/ds/FTP.html.

Die Zeitschrift PC-Magazin (früher DOS) befasste sich in ihrer Ausgabe 11/98 etwas eingehender mit FTP:

Seit es Computer gibt, werden Daten zwischen ihnen ausgetauscht. Vor dem Internet-Boom wurden dafür Mailboxen eingesetzt, die es auch heute noch gibt. Mailboxen sind häufig untereinander verbunden und bilden so ein Netzwerk. Mit einem Terminalprogramm wählen Sie sich in eine Mailbox ein und senden Daten oder holen welche ab. Mailbox-Netze können Sie meistens kostenlos nutzen. Im Vergleich zum Internet fallen keine Provider-Gebühren an, dafür aber um so höhere Telefongebühren. Normalerweise wählen Sie sich bei Ihrem Provider zum Ortstarif ein und haben dann Zugriff auf die Millionen Rechner im Internet. Im Nahbereich gibt es dagegen nur wenige Mailboxen - das Angebot ist begrenzt. Führen Sie Ferngespräche, kann die Telefonrechnung schnell zur zweiten Miete werden. Als Lösung bietet sich FTP (File Transfer Protocol) an. FTP gehört zur TCP/IP-Protokollfamille, die im Internet zur Datenübertragung eingesetzt wird. Immer, wenn es darum geht, Dateien möglichst schnell, bequem und sicher zu übertragen, ist FTP die richtige Wahl. Die übertragenen Datenmengen können im Gegensatz etwa zu E-Mails beliebig groß sein. Wie immer, wo ein Rechner Daten sendet und ein zweiter Daten empfängt, liegt ein Client-Server-System vor. Der Server stellt das Archiv dar, und die Clients müssen sich bei ihm anmelden, bevor Daten ausgetauscht werden.

Wenn Sie sich ins Internet einwählen und einen FTP-Server betreiben, kann jeder andere Rechner im Internet Daten auf Ihren Server hochladen oder von dort herunterladen. Das Angebot an FTP-Software ist reichhaltig. Ein FTP-Server ist ein ziemlich komplexes Produkt. Trotzdem gibt es sehr komfortable Server als Free- und Shareware - man kann sie somit (manchmal mit kleinen Einschränkungen) kostenlos nutzen. Auch FTP-Clients werden in großer Anzahl angeboten. Die meistens Clients sind ebenfalls frei verfügbar, unterscheiden sich aber stark in der Bedienung und bei den Funktionen. Es gibt sehr rudimentäre Clients, die tausendfach im Einsatz, aber schlecht sind. Ebenfalls nicht geeignet sind Browser: Internet Explorer und Navigator leisten deutlich schlechtere Dienste als ein echter FTP-Client - sie haben zu viele Verbindungsprobleme. Der Internet Explorer zeigt nicht einmal Fehlermeldungen des Servers an, die in den Standards explizit definiert werden. Der Navigator zeigt mehr Meldungen an. Und darauf kommt es an: Je genauer ein Fehler beschrieben wird, desto größer ist die Chance, ihn zu beheben.

Wie immer, wenn es um Internet-Software geht, ist die Adresse www.tucows.com eine gute Anlaufstelle. Dort finden Sie Clients und Server für alle Dienste des Internet, in Rubriken sortiert. Außerdem werden die Features aufgezählt, und Sie finden Links zu den Web-Seiten der jeweiligen Hersteller.

CuteFTP ist ein Shareware-Programm, das fast keine Wünsche offen lässt. Als besten Server haben wir WarFTP ausgemacht: ein hervorragendes Freeware-Programm.

Dazu gibt es eine ausführliche FAQ.

Im März 2007 wurde allerdings eine Sicherheitslücke entdeckt, die möglicherwiese nicht mehr durch ein Update geschlossen worden ist.

Die aktuellen Versionen beider Programme laufen auch unter Windows XP. Die meisten anderen Clients Als FTP-Server unter neueren Windows-Versionen bietet sich auch Microsofts eigener Server an, den Sie schon im kostenlosen Option Pack von Windows NT finden.

Welche Funktionen muss ein guter FTP-Client aufweisen?

Nahezu alle Clients bieten ein zweigeteiltes Hauptfenster. In dem einen wird das eigene Dateisystem abgebildet, in dem anderen das des Servers. Beide sollten im Idealfall so funktionieren wie der Windows Explorer. Dateimanipulationen wie Kopieren, Verschieben oder Löschen sollten sich per Drag&Drop erledigen lassen. Bei den Markierungstechniken ist ebenfalls der Explorer ein gutes Vorbild. Unterschiede gibt es in der Art und Weise, wie Verzeichnisbäume bearbeitet werden. Idealerweise sollten diese vollständig verschiebbar sein, manche Clients unterstützen das jedoch nicht. Das ist ein echtes K.o.-Kriterium. Der Grund: Wenn Sie bei sehr vielen Dateien jede Datei einzeln anclicken müssen, werden Sie sehr schnell merken, wie umständlich das ist. Solche Clients sind unbrauchbar. Die zweite wesentliche Eigenschaft, die auch nicht von allen Clients geboten wird, ist ein Adress-Manager. Dieser verwaltet alle Daten, die für einen FTP-Zugang wichtig sind. Dazu gehören Benutzername und Passwort, die Adresse des Servers sowie Standardverzeichnisse, die per Voreinstellung verwendet werden. Eine weitere wichtige Einstellung betrifft die Portadresse des Clients. Über Ports verläuft allgemein die Kommunikation im Internet. Alle Dienste benutzen bestimmte Ports. FTP läuft normalerweise auf Port 21. Verwendet der Server einen anderen Port, müssen Sie dessen Adresse in Ihrem Client einstellen, sonst funktioniert die Kommunikation nicht. Zu den Server-Daten gehört also auch die Portnummer. Wenn Ports geändert werden können, spricht man von dynamischen Ports. Diese sind in bestimmten Sicherheitssystemen von Bedeutung, zum Beispiel in Firewalls. Viele Firewalls unterstützen keine dynamischen Ports und behindern damit User-Aktivitaten. ... Eine weitere Client-Eigenschaft betrifft die Proxy-Konfiguration, die bei einer LAN-Anbindung ans Internet wichtig ist. Ein Proxy funktioniert wie ein Zwischenspeicher für Daten aus dem Internet. Er speichert bestimmte Daten lokal und hilft damit, Bandbreite zu sparen. Für FTP und HTTP bieten die meisten Clients eine Proxy-Konfiguration. Keiner unterstützt allerdings einen Socket-Proxy, der für Modem-Sharing im Netz benötigt wird.

Die Wiederentdeckung von FTP

FTP ist einer der ältesten Dienste des Internet, aber erst nach über 20 Jahren nimmt die Anzahl privater FTP-Server stark zu - und das nicht nur in den USA, wo das Internet bekanntlich kein Fremdwort ist. Woran liegt das? Dieser Beitrag zeigt, dass das Betreiben eines eigenen FTP-Servers leicht ist, wenn er einmal konfiguriert ist. Es spielt auch keine Rolle, welche Art von Leitung Sie verwenden. Egal ob analog, ISDN oder per Standleitung - der FTP-Server funktioniert immer. Und bedenken Sie, was es bedeutet, potentiell mit Millionen von Nutzern Daten austauschen zu können. Bleibt noch die Frage zu klären, wie man seinen eigenen FTP-Server bekannt macht: - Eine Möglichkeit besteht darin, die (temporäre) IP auf der eigenen Homepage zu veröffentlichen. Das ist ein einfacher Weg, da nahezu alle Provider Web-Space kostenlos zur Verfügung stellen. Allerdings ist er für temporäre Server (keine Standleitung) eher schlecht geeignet. Es macht nämlich keinen guten Eindruck, wenn andere bei Ihnen anklingeln und niemand abhebt. - Bei News-Postings besteht dieser Nachteil ebenfalls - diese können Tage alt und daher nicht mehr gültig sein.

Anmerkung: Die Autoren benutzen WS_FTP LE 5.08 von John A. Junod im Vertrieb der Firma IPSWITCH.COM.

IPSWITCH bietet neuere Versionen seit 2006 unter dem Namen WS_FTP HOME zum Preis von 31,95 EUR (Version Home 2007) an.

Im Februar 2006 konnte man das Programm noch von FREENET.DE beziehen Dort standen zu diesem Zeitpunkt drei weitere kostenlose FTP-Programme zum Download bereit: CuteFTP 5.0 XP, Leech FTP 1.3, PSFTP Free 1.4

Einen Link zu Leech FTP finden Sie u.a. auf der Seite www.zum.de/internetkurs.

Das Internet ist nicht nur die größte Informations-, Meinungs- und Unterhaltungsbörse, es ist auch der Hauptumschlagplatz für Software. FTP ist dabei das Protokoll für den Transfer von Dateien. Mit dem richtigen FTP-Client ist ein neues Spiel oder ein heißes Plug-in nur wenige Mausklicks - und ein wenig Zeit - entfernt.

Ohne Download-Manager wie Go!Zilla wäre die c't Shareware-CD nicht rechtzeitig fertig geworden. Das Programm kümmert sich um alle Aspekte des Dateitransfers. Per ftpSearch sucht es nach Servem, die die gewünschte Datei enthalten. Diese spricht Go!Zilla an, um festzustellen, welcher am schnellsten reagiert. Den besten Server benutzt das Programm dann für den Download. Falls der einmal abbricht, setzt ihn Go!Zilla selbständig fort. Die auf der CD enthaltene Version von Go!Zilla ist kostenlos, sie finanziert sich über Banden-Werbung.

GetRight arbeitet ähnlich hartnäckig wie Go!Zilla. Statt über ftpsearch alternative Server zu suchen, benutzt das Programm hierfür eigene Mechanismen. GetRight gibt es als native Version für Windows 95, als Java-Applet und -Programm, die auch unter MacOS und diversen Unixen laufen. Im Gegensatz zur Windows-Version, die als Shareware vertrieben wird, kosten die Java-Programme den End-Anwender nichts, sie finanzieren sich über Werbung.

NetFinder. Der FTP-Client von Peter Li und Vincent Tan setzt die Struktur des Server-Dateisystems in die vom Mac gewohnte Ordner- und Dateien-Darstellung um. Der Clou: Dabei unterstützt er Drag & Drop! NetFinder setzt zuverlässig abgebrochene Downloads fort (sofern dies der entprechende Server unterstützt). Hierbei kann der Benutzer das Programm zwischendurch beenden, sogar den Rechner ausschalten - unter Umständen lassen sich so Telefongebühren sparen. Der NetFinder hat ein eigenes Bookmark-Verzeichnis im Gepäck; bereits vorhandene Verzeichnisse kann der Anwender importieren, sofern sie von Fetch oder Anarchie stammen. Des weiteren hält er sich an Internet Config und delegiert entsprechende Aufgaben an eingetragene Helferlein weiter. Zudem ist das Programm AppleScript-fähig, es bearbeitet die Events 'geturl' und 'puturl'. Ein nettes Extra: In den Voreinstellungen kann man Default-Upload-Permissions angeben, diese werden dort Mac- und Unix-like dargestellt.

Sprocket ist ein grafischer FTP-Client für Linux, der Windows-Benutzern vertraut vorkommen durfte - die Optik ähnelt stark dem unter Windows verbreiteten WS-FTP. Das Archiv enthält lediglich die Quelltexte, zum Kompilieren benötigt man die Qt-Entwicklerumgebung. Das Programm zeigt die Verzeichnisse und Dateien auf dem eigenen Rechner und dem ftp-Server in getrennten Listen an. Verzeichnisse können in Sprocket angelegt und gelöscht werden; auf dem lokalen Rechner kann man Verzeichnisse auch umbenennen. Lokale und entfernte Dateien lassen sich löschen und in dem integrierten Viewer ansehen. Mit einfachen Mausklicks lassen sich Dateien zur Übertragung an- oder abwählen; ein weiterer Klick auf einen Button überträgt die markierten Dateien. Leider hat das Programm auch einige Nachteile: Es gibt keine Möglichkeit, sich die Größe von Dateien anzeigen zu lassen, und während der Übertragung erhält man keine Fortschrittsanzeige - beim Übertragen großer Dateien kann so schon mal der Eindruck entstehen, das Programm sei abgestürzt. Feinde der Kommandozeile und 'Vielübertrager' finden in Sprocket jedoch den Komfort, den sie im textbasierten Standard-FTP-Programm vermissen mögen. (c't 12/98)

Eine Liste von Adressen, die FTP-Software für Linux anbieten, gab es früher unter http://linux.maruhn.com/cat/Internet/FTP.html.
Der Autor erstellt derzeit einen neuen Webauftritt unter http://www.maruhn.org

Die Autoren verwendeten unter Linux früher anstelle von WS_FTP das Programm gFTP.

Heute ist unter Linux das Programm Filezilla das Mittel der Wahl.

 

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SELFHTML von Stefan Münz zu diesem Thema