Aus: Fellbacher Zeitung v. 05.05.1965

Handelsschule Fellbach zieht um

Heute ist es soweit: Die Handelsschule Fellbach bekommt ein eigenes Schulhaus. Die alte Maicklerschule in der Theodor-Heuss-Straße wurde umgebaut und reno­viert und heute können die drei Klassen der Handelsschule von diesen neuen Räumen Besitz nehmen.

Mit einem Kostenaufwand von 60 000 DM wurde das alte Schulhaus - 1925 als Schuh­lager gebaut - von innen und außen in­stand gesetzt und verschönt. So hat man eine Ölheizung eingebaut, Doppelfenster einge­setzt, die Klassenräume mit Neonbeleuch­tung ausgestattet und zum Teil auch den Fußboden- und Treppenbelag erneuert.

Besondere Beachtung verdient der moder­ne Chemiesaal und — was diese Handels­schule wohl allen anderen voraus hat - das “Postzimmer". In diesem Raum ist eine komplette Fernsprechanlage installiert, bei der die Schüler sehen können, wie eine Ver­mittlung zustande kommt. Jedes der Klas­senzimmer ist mit dieser Zentrale verbun­den. Ein solcher Anschauungsunterricht wird besonders für die zukünftigen Telefonistin­nen wertvoll sein. 34 Schreibmaschinen ste­hen den Anfängern in dieser Kunst zur Ver­fügung. Der Schreibmaschinensaal wird ab dem nächsten Schuljahr auch als Klassen­zimmer verwendet werden, wenn die Schule vier Klassen hat. Heute sind es nur drei Klassen mit insgesamt 92 Schülern und Schü­lerinnen, denn erst ab 1964 wurde in Fell­bach eine Handelsschule eingerichtet.

Ehe in Fellbach die Handelsschule ein­gerichtet werden konnte, mußten verschie­dene Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt werden. Da aber in Fellbach die Klassenzim­mer in der alten Maicklerschule bereitstan­den, kam die Handelsschule nach Fellbach. Besonders Oberbürgermeister Dr. Graser hat sich sehr dafür eingesetzt. Man könne nicht nur Steuern von Handel und Gewerbe for­dern, sondern man müsse auch den kauf­männischen Nachwuchs fördern.

So wie jetzt die Mittel- und Volksschule aufgewertet wurden, ändern sich auch die Bestimmungen für die Handelsschule. In Zukunft wird es keine Höhere Handelsschule mehr geben, sondern es besteht die Möglich­keit, daß begabte Schüler von der “norma­len" Handelsschule nach der Abschlußprü­fung zur Wirtschaftsoberschule überwech­seln. Damit ist die Handelsschule zu einer weiterführenden Berufsfachschule geworden. Mit dieser Regelung paßte sich Baden-Würt­temberg den anderen Bundesländern an, in denen es keine Unterscheidung gibt zwischen Handelsschule und Höherer Handelsschule. (MN)

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