Cache

Die Netscape-Browser verwalten ihre Bookmarks in einer einzigen HTML-Datei (je User). Der Internet-Explorer benutzt kleine "Internet-Verweise" in Form von Dateien, und zwar je eine pro URL. Das merkt man, wenn man sich das "Verzeichnis der temporären Internet-Dateien" anzeigen lässt, d.h. einen Blick wirft in den lokalen Festplatten-Cache, in dem der Browser die gefundenen Dokumente ablegt.

Damit der Browser die im Cache vorhandenen Dateien schneller lesen kann, kann man anstelle eines Festplatten-Caches eine RAM-Disk zum (Zwischen-)Speichern der Internet-Dokumente verwenden. Nützlich ist dabei ein Werkzeug wie VRAMDIR (Shareware), mit dem sich eine RAM-Disk variabler Größe anlegen lässt. Eine ausführliche Beschreibung findet sich in c't 8/1997, S. 250. Neue Browser-Versionen verwalten zu diesem Zweck neben einem Festplatten- auch einen Hauptspeicher-Cache.

Richtig interessant wird es, wenn man sogar WWW-Seiten offline ansurfen kann. Netscape bietet dazu leider keine Möglichkeiten. Die Offline-Funktionalitäten beschränken sich auf E-Mails und News. Zwar ist bei Netscape der Festplatten-Cache so aufgebaut, dass Sie sich auch ohne bestehende Internetverbindung die Seiten ansehen können, auf denen Sie schon einmal waren. Aber damit haben Sie keinen echten Vorteil, weil Sie beim ersten Blättern zumindest für einige Mausklicks zum Auswählen der Seiten online sein müssen.

Der Internet Explorer (4.xx) ist dagegen voll ausgerüstet, Ihnen komplette Web-Server offline anzubieten. Dazu lassen sich aus den Bookmarks einzelne Seiten abonnieren. Abos kommen ja bekanntlich automatisch zu Ihnen nach Hause. Abonnieren lassen sich sowohl klassische Homepages als auch die sogenannten Channels. Channels fassen verschiedene Informationen einer Web-Seite zusammen und sind somit bestens zum Offline-"Verzehr" geeignet. Hinweis von MS im IE 4.xx: "Es gibt eine einfache Methode um festzustellen, ob eine Seite für den Offline-Betrieb verfügbar ist: - Falls die Seite verfügbar ist, wird der Mauszeiger als Hand dargestellt. - Falls nicht, wird der Mauszeiger als Hand mit einem durchkreuzten Kreis daneben dargestellt." (/res://showdocvw.dll/offcancl.htm)

Anmerkung: Auch ältere Versionen des Internet Explorers (z.B. 3.02) erlauben das Offline-Lesen des Caches. Wichtig ist dabei vor allem, dass als Zeitpunkt für den Abgleich von Cache und Internet-Dokument "nie" bzw. "never" eingetragen ist. Die Zeitschrift PC-Magazin hat in ihrer Ausgabe 11/98 darauf aufmerksam gemacht, dass Windows 98 hin und wieder auch gesperrte Daten (im Cache) entsorgt, um Platz zu schaffen. Verschiedene Berichte und eigene Erfahrungen scheinen das zu bestätigen. Nach Matthias Wolf (Autor der seit etwa 2003 nicht mehr erhältlichen Cache-Explorer-Serie) gibt es noch weitere Programme. die so etwas machen. Jeder Internet-Surfer ist daher gut beraten, wenn er für ihn wichtige Cache-Inhalte anderweitig speichert oder einen speziellen Offline-Browser bzw. Reader verwendet.

Mit Hilfe von "Cache Explorer" genannten Programmen lassen sich die Cache-Inhalte übersichtlich darstellen und bearbeiten. Diese Funktion ist als "off-line-Betrieb" in den neueren Browsern bzw. Browserversionen integriert. Als Beispiel seien hier die "Cache Explorer" für den MSIE und die Netscape Suite von Matthias Wolf genannt. In der Shareware-Version speicherten sie bis zu 100 Dokumente. Vom selben Autor stammt auch ein Patch für den Communicator, der verhinderte, dass am Ende einer Sitzung Dokumente im Cache gelöscht werden, die nicht über ein LMD (Last Modification Date) verfügen. Seit einiger Zeit sind diese Programme vom Markt verschwunden.

Häufig bewegt sich der Surfer gar nicht wirklich im World Wide Web, sondern wird von seinem Provider aus einem Fundus bevorrateter Dateien versorgt. Diese liegen dann auf einem sogen. WEB-Stellvetreter ("Proxy"). Manche Provider haben Proxy-Zwang (z.B. Primus Online oder GERMANY.NET), andere bieten den Zugriff über Proxy wahlweise an (z.B. Zeitungsverlag Waiblingen).

 

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