Browser

Historisches (Beschreibungen aus 1998)

Aktuelles zu HTML 5 finden Sie am Ende!

Browser sind die eigentlichen Surf-Werkzeuge. Spricht man von Standard-Browsern, dann sind die Produkte von Netscape und Microsoft gemeint. Sie gelten trotz der großen Leistungsfähigkeit, die i.d.R. weit über das hinausgeht, was der normale Surfer benötigt, als ´fehleranfällige Monsterapplikationen´. Es gibt aber auch "schlanke" Browser, so der tschechische ARACHNE und OPERA von Opera-Software aus Norwegen.

Lynx und ELinks verzichten fast ganz auf multimedialen ' ´Schnickschnack´. Der Browser zeigt nur den reinen Text einer WebSeite an, Tabellen, Formulare und Frames setzt er in den Textmodus um. Eingebettete Multimedia-Elemente wie Grafiken hebt er auf Wunsch in Form eines Verweises hervor, sodass sie in einem externen Viewer geladen werden können. Wenn man sich mit der Bedienung des kleinen WWW-Clients erst einmal vertraut gemacht hat, gibt es keine flinkere Alternative, um durch textorientierte Web-Seiten zu surfen.

Die Alternative für MacOS kommt aus dem Hause Apple selber: Cyberdog basiert auf OpenDoc, setzt also voraus, dass OpenDoc 1.2 installiert ist. Neben HTML 2, Tabellen, Frames und ftp beherrscht der Cyber-Hund auch Telnet und verfügt über einen einfachen E-Mail- und News-Client.

Eine noch recht junge Browser-Alternative für Linux ist QtMozilla (vormals QtScape). Kurz nach der Freigabe der Navigator-Sourcen hat sich eine Handvoll Programmierer zusammengetan, um den Browser auf die Benutzungsoberfläche Qt, die es auch für Windows gibt, zu portieren. QtMozilla ist jedoch kein vollständiger Port; viele Funktionen, die man vom Original gewohnt ist, bietet es noch nicht. Er gibt vielmehr einen ersten Eindruck davon, wohin die Freigabe der Navigator-Sourcen unter anderem führt: Zu leistungsfähigen Browsern für alle erdenklichen Plattformen. (c´t 12/98)

Besonderheiten bei Non-Windows-Plattformen.

 

Eigenständige Offline-Browser

HTTrack Webite Copier

Ich verwende zum Archivieren unter Windows das Programm HTTrack.exe von Xavier Roche in der Version 3.42-2 unter Windows. Mit einem "Win" davor startet es unter einer grafischen Oberfläche.
Unter Linux benutze ich das Programm in der Version 3.43-3 als Debian-Paket in Linux eLive 1.9.24.
Die grafische Version heißt unter Linux webhttrack. Die aktuelle Version (Mai 2009) ist 3.43-5.
Zu den Autoren des Programms gehört auch Rainer Klüting von der Stuttgarter Zeitung. Sein Aufsatz zum Thema Offline-Browser steht schon seit 1998 an dieser Stelle.

Die Marktübersicht von Rainer Klüting

Rainer Klüting hat in der Stuttgarter Zeitung vom 25.03.97 einen Beitrag zu diesem Thema veröffentlicht, der Grundlegendes zu dem Thema enthält.

Zu den beliebtesten Angeboten im Internet gehören Nachrichtendienste. Sie bieten aktuelle Informationen zu Politik, Computer, Sport oder Wirtschaft. Hunderte von Anbietern gibt es. Um an diese Nachrichten zu kommen, muss man online sein. Doch ist es wirklich nötig, direkt am Netz zu hängen und den Telefonzähler laufen lassen, während man die Nachrichten liest? Wer regelmäßig Online-Medien nutzt, wird bald versuchen, das online Gefundene möglichst offline zu studieren. Das ist beim bunten und schillernden World Wide Web manchmal gar nicht so einfach. Inzwischen gibt es eine Reihe von Programmen, die sich speziell dieser Aufgabe widmen. "Offline-Browser" ist ihr Name. Sie sollen ausgewählte Dokumente aus dem WWW auf den heimischen PC laden und so manipulieren, dass man darin "herumsurfen" kann, als sei man online.

Warum man für so einen Zweck eigens ein Programm braucht, hat jeder schon einmal bemerkt, der ein Dokument aus dem auf dem eigenen PC abgespeichert hat. Öffnet man es später im "Browser", dem Zugangsprogramm zum Internet, dann fehlen alle Bilder. Des Rätsels Lösung: Eine WWW-Seite besteht nur aus dem Text. Im Text stehen Befehle, die dem Browser sagen, wo der die Bilder findet. Diese Verweise zeigen aber nach wie vor nach draußen ins ferne Netz. Aufgabe eines Offline-Browsers ist also, eine Seite samt allen Bildern zu speichern. Hinzu kommt, dass Informationen mit Querverweisen verknüpft sind, sogenannten Hyperlinks. Einen kompletten Text hat man meist erst in Händen, wenn man mehrere miteinander verknüpfte Dokumente auf den eigenen PC kopiert hat. Auch hier gibt es das Problem der Querverweise: Ein Hyperlink in einem Text verweist auf den Ort, an dem ein weiterer Text gespeichert ist - und das ist normalerweise nicht die heimische Festplatte. Dieses Problem zu lösen, haben die Großen der Softwarebranche bisher phantasievollen Klein- oder Spezialunternehmen überlassen. Das Ergebnis ist eine verblüffende Vielfalt. 14 Programme für Windows 95 (und oft auch andere Systeme) fanden sich bei einer entsprechenden Suche, und jedes löst das Problem auf originelle oder zumindest eigenwillige Art. Manche Hersteller lassen Erfahrungen aus ganz anderen Gebieten einfließen. So ist beispielsweise die Innovative Software GmbH, Hersteller von "Visual Web", dem einzigen deutschen Produkt, im Grafikbereich aktiv, weshalb die Stärke ihres Programms in der graphischen Veranschaulichung der komplizierten Verknüpfungen unter den Dokumenten liegt. Die US-amerikanische Folio Corporation ist Datenbankspezialist; ihr "Web Retriever" speichert die gefundenen Dokumente in einer Datenbank und erlaubt dort eine komfortable Suche.

Die wichtigsten Unterschiede im Konzept der Programme kann man an drei besonders interessanten Beispielen veranschaulichen. "Net Attaché" zum Beispiel fasst Internet-Dokumente nach Themen geordnet in sogenannten "Briefs" zusammen. In einem Fenster eines "Briefs" kann man beliebig viele Internet-Adressen der Form http://... eingeben. Zu jeder Adresse wird eingestellt, ob nur diese Seite geladen werden soll oder auch alle von dort per Hyperlink erreichbaren, oder ob das Programm sogar noch tiefer in die Verknüpfungen eintauchen soll. Man bestimmt, ob Bilder und andere Multimedia-Elemente geladen werden sollen, kann eine maximale Ladezeit oder Lademenge angeben und auf Wunsch auch, wann der Ladevorgang automatisch gestartet werden soll. Mit unglaublichem Tempo lädt das Programm dann bis zu zwanzig Dateien zur gleichen Zeit über eine Leitung. Anschließend startet es auf Wunsch den vorhandenen Browser und erlaubt das "Surfen" in dem gefundenen Material. Mit Net Attaché kann man als einzigem der Offline-Browser sogar Suchanfragen an eine der Suchmaschinen im Internet stellen, wie etwa Yahoo oder Altavista. Ganz anders arbeitet "Nearsite": Das Programm ist ein "Proxy-Server", wie er auch von Internet-Anbietern benutzt wird. Ein Proxy liest mit, wenn man sich online von Dokument zu Dokument klickt, und speichert alles, damit man es später in Ruhe ansehen kann. Auf Wunsch kann aber der Proxy-Zwischenspeicher auch automatisch gefüllt werden, ähnlich wie bei Net Attaché. Dazu braucht Nearsite keine "Briefs", sondern dem Programm genügt schon die Liste der "Lesezeichen" (Bookmarks oder Favoriten, die jeder Surfer in seinem Browser sammeln kann). Beide Programme gehören mit einem Preis von umgerechnet rund 75 Mark zu den teuersten Exemplaren. Die Preise liegen üblicherweise bei 30 oder 40 Dollar. Am günstigsten ist "Freeloader": Das Programm kostet nichts. Finanziert wird es mit Werbung, die gelegentlich auf dem Bildschirm erscheint. Freeloader, und ganz ähnlich WebEx, werden ausschließlich vom Browser aus bedient. Ihr Funktionsumfang ist zwar geringer als der von Net Attaché, Nearsite, Visual Web oder dem ebenfalls sehr guten Teleport Pro, dafür sind sie aber besonders einfach zu handhaben.

Eine Warnung zum Schluss: Programme, die als Proxy funktionieren, haben einen Haken: Oft funktioniert der Browser nur, wenn der einmal installierte Proxy ständig aktiv ist. Das mag manchen stören. Insbesondere gilt das für das ansonsten sehr übersichtliche Hot Cargo, aber auch für Web Whacker, Visual Web und Nearsite; letzteres lässt sich allerdings besonders einfach auch vorübergehend abschalten.

 

Aktuelle Offline-Browser (1998)

Der Ausgabe 12/98 von c´t lag eine CD bei, auf der man den WebDevil 3.1.3 für MacOS und WebSnake 1.24 für WIN 95 findet. Beide sind Shareware. Eine deutsche Version von WebSnake 1.24 ist auf der CD zum DOS Magazin 10/1998. WebSnake (W9x) bietet viele Optionen. Die Web-Schlange ermittelt die Struktur einer Site, sammelt alle EMail-Adressen ein, die sich auf einem Web-Server befinden, und wertet Skripte und Client-Side Image Maps aus. Der Benutzer kann einstellen, als welcher Browser sich WebSnake ausweisen soll. Das Programm respektiert auch Netiquette und den Robot Exclusion Standard (c´t 12/98, S. 116). Bei proxy-pflichtigen Providern (z.B. Primus Online) muss man WebSnake die Proxy-Adresse unter "Firewall-Optionen" mitteilen. Bei T-ONLINE ist das nicht erforderlich. Anawave weist aber darauf hin, dass WebSnake mit der WINSOCK.DLL des T-ONLINE-Dekoders nicht zurechtkommt. Nicht zuletzt dieser Aspekt macht es sinnvoll, den T-ONLINE-Zugang nicht über den Dekoder, sondern über das DFÜ-Netzwerk von Windows 9x einzurichten.

SELFHTML von Stefan Münz zu diesem Thema

Geschichte und Vergleich der Web-Browser

Layout-Maschinen der Browser am Beispiel HTML 5

Adobe BrowserLab
Derzeit (2009) noch kostenloser Dienst zur Anzeige von Webseiten unter verschiedenen Browsern in Quasi-Echtzeit.
Hinweis: Limitierte Benutzerzahl!


Europäischer Erfolg

Im März 2010 hat Microsoft auf Betreiben der Europäischen Union (EU) eine Browser-Auswahlseite für seine Betriebssysteme XP, Vista und Win7 freigeschaltet. Die Seite enthält insgesamt 12 Browser: IE 8, Google chrome, Firefox, Safari, Opera (Seite 1), FlashPeak, Maxthon, Flock, Sleipnir, Avant (Seite 2), K-Meleon und Green Browser (Seite 3).
K-Meleon ist der "kleine Firefox", ich verwende ihn auf alter Hardware. Auch Flock basiert auf Mozilla.
"Sleipnir is included in a browser ballot screen on EU edition of Windows 7, so EU users of Windows 7 may choose between Internet Explorer and browsers considered popular during the installation process." Quelle: Wikipedia (englisch).
Ich vermisse den neuen Midori.

TIPP:
Zur Abwehr von Spionageseiten empfiehlt es sich, das Einfärben von besuchten Links abzuschalten.
Beim Firefox geht das über
about:config
Und dort den Eintrag layout.css.visited_links_enabled auf false setzen.

 

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